BREXIT - Was jetzt?

Veröffentlicht am 31. JAN 2020

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Aufgrund noch fehlender Verträge und Rechtsnormen die den Austritt Großbritanniens aus der europäischen Union regeln, kann eine verbindliche Beratung zu diesem Thema erst ab Januar 2020 erfolgen.

Am 01.02.2020 siegt die knappe Mehrheit (51,89%) der britischen Wahlberechtigten: Der Brexit ist formel folzogen. Großbritanien hat die europäische Union verlassen.

Was heißt das jetzt für Sie und den Handel mit Großbritanien? Erst einmal nicht! Bis zum Ende des Jahres 2020 bleibt alles beim Alten. Welche Regelungen, Verträge, Freihandelsabkommen und Rechtsformen der Brexit nach sich ziehen wird ist noch nicht verhandelt, daher auch noch nicht bekannt.

Es wird also wie angekündigt eine Übergangsphase bis zum 31.12.2020 geben, in der auch weiterhin die Zollunion beinhalten wird. Wie bisher auch, ist nach dieser Übergangsphase die Zukunft des Handels zwischen der EU und Großbritannien zurzeit immer noch unklar.

Klar ist, dass die britische Wirtschaft einen Milliardenschaden seit des Referendums erlitt, was sogar von Ökonomen der Forschungseinheit von Bloomberg (eine auf Wirtschaftsthemen spezialisierte Nachrichtenagentur) untersucht und bestätigt wurde. Dabei klingt die Überschrift der Analyse wenig aufmunternd: "Die Kosten des Brexit für das Vereinigten Königreich: 130 Milliarden Pfund, Tendenz steigend". Weiter heißt es, seit dem Brexit-Referendum 2016 "hat sich das Wachstum halbiert, auf Jahresbasis gerechnet auf ein Prozent von zuvor zwei Prozent". Das hat dazu geführt, dass die britische Wirtschaft heute deutlich kleiner ist, als sie es vermutlich ohne Brexit-Prozess wäre.

Welche Folgen daraus für Sie und Ihr Unternehmen entstehen und welche Maßnahmen Sie ergreifen müssen / sollen, hängt stark davon ab, wie intensiv der Warenverkehr zwischen Ihrem Unternehmen und dem vereinigten Königreich ist.

An unserem Fahrplan vom 22. AUG 2018 hat sich jedoch nur der Beginn der Übergangsphase geändert. Nachfolgend, haben wir Ihnen den Fahrplan noch einmal aufgeführt:

Bei der Planung sollte der Ablauf des Brexits berücksichtigt werden, der sich in 2 Phasen aufteilt:

  • Übergangsphase (01.02.2020 – 31.12.2020)

  • UK als Drittland und eigenständiger Handelspartner (ab 01.01.2021)

Wichtig ist hierbei, dass bereits ab dem 01.02.2020 alle Zollformalitäten im Warenverkehr zwischen der EU und Großbritannien zu erfüllen sein werden. Hier sollten Sie rechtzeitig die personellen und technischen Voraussetzungen in Ihrem Unternehmen geschaffen haben, um einen reibungslosen Ablauf der Prozesse zu gewährleisten. Auch für den Warenverkehr mit Drittländern geltende Verbote und Beschränkungen sowie evtl. die Notwendigkeit von Einfuhr- oder Ausfuhrgenehmigungen finden ab dem 01.02.2020 volle Anwendung im Handel mit Großbritannien. Es ist noch nicht klar, in wie weit andere Drittstaaten, die mit der EU Präferenzabkommen geschlossen haben, in der Übergangsphase UK als „EU Mitglied auf Abruf“ anerkennen werden.

Sie sollten daher für Ihr Unternehmen genau betrachten, welche Auswirkungen das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU hat, da womöglich folgende Punkte zu einem erhöhten Zeitaufwand und neuen Erfordernissen für Ihren Warenverkehr mit Großbritannien führen können:

  • Bei Ausfuhren nach UK sind künftig alle Regelwerke des Verbringens von Waren / Dienstleistungen in ein Drittland zu beachten, inkl. Exportkontrolle
  • Bei Importen aus Großbritannien in das Zollgebiet der Gemeinschaft werden künftig wieder, neben der formellen Zollanmeldung, Einfuhrabgaben fällig. Auch Verbote und Beschränkungen nach UZK finden volle Anwendung.
  • Bei Zukauf von Material und Hilfsstoffen oder der Weiter- / Endmontage von Produkten ist womöglich eine neue Präferenzkalkulation nötig, da evtl. aufgrund der veränderten Wertschöpfung Ihre Waren / Erzeugnisse künftig nicht mehr gemeinschaftlichen Ursprungs sein könnten.

Wir helfen Ihnen gerne bei der Beantwortung aller Fragen rund um das Thema BREXIT: Kontakt

Über den Autor

Michael Rosinski, Zollexperte, Berater für Zoll- und Außenwirtschaftsrecht und Inhaber der Außenwirtschaftsagentur in Hamburg

MICHAEL ROSINSKI

INHABER / ZOLLBERATER


Michael Rosinski ist der Gründer der Zollberatung "Außen­wirtschaftsbüro Rosinski". Durch lang­jährige Erfahrung im Zollrecht hilft er seinen Kunden bei Schwierig­keiten in zollrechtlichen Belangen und unterstützt bei der Kommunikation mit dem Zoll oder Behörden.

In seinem Whitepaper erklärt er anhand von fünf Fallbeispielen, wie Sie sich die Arbeit mit Zoll und Co. erleichtern können.

Zum Abschalten kann es auch mal Fußball und Dosenbier sein. Wenn der HSV gegen den FC St. Pauli spielt, ist er für die Mannschaft aus Hamburg.

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